Ostern 2020

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Texte und Gebete zum diesjährigen Osterfest.

In dieser Woche hatte ich ein gutes Telefongespräch. Eine junge Frau hat sich angeboten zu helfen, falls jemand in der Kirchengemeinde Unterstützung braucht. Ihr war es wichtig, etwas von ihrer Arbeitskraft weiterzugeben und mitanzupacken, da wo es Hilfe braucht. 

In Bezug auf die Karwoche erinnert mich das an Gründonnerstag. Auch hier mussten alle gemeinsam mit anpacken, damit am Abend das Passahmahl zusammen gefeiert werden konnte.

Wenn sie am Gründonnerstag Zeit haben, dann lesen sie doch einfach vor dem Abendessen die Geschichte vom letzten Abendmahl in der Bibel. Sie finden sie im Lukasevangelium im 22. Kapitel:

 

Es kam nun der Tag der süßen Brote, an welchem man mußte opfern das Osterlamm. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Osterlamm, auf daß wir's essen. Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir's bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist die Herberge, darin ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen ist; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm.

Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet ihn und teilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme.

Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tische. Denn des Menschen Sohn geht zwar hin, wie es beschlossen ist; doch weh dem Menschen, durch welchen er verraten wird! Und sie fingen an, zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das tun würde.
 

Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. Und sie zwangen einen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, dass er ihm das Kreuz trage. Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte.

Und sie nagelten ihn ans Kreuz. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los, wer was bekommen solle. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand über ihm geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden.

Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei

Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohepriester untereinander samt Schriftgelehrten und sprachen: Er hat anderen geholfen und kann sich selber nicht helfen.

Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zur neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Aber Jesus schrie laut und verschied.

Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.

Markusevangelium, 15. Kapitel

Zu deinem Kreuz, Jesus, trage ich meine Sorgen, meinen Schmerz, meine Not.

Zu deinem Kreuz trage ich mein Versagen, das Krumme und Zerbrochene, Lebenssplitter, Hoffnungsscherben, das Enttäuschen und Enttäuschtwerden.

Zu deinem Kreuz trage ich das Unrecht, Ohnmacht, Feigheit, Angst.

Wie Zentnerlast auf den Schultern, wie Steine auf dem Herzen, wie Dunkelschatten auf der Seele.

Du aber sagst:
Komm her, mit allem, was dich quält und belastet. Ich gebe dir neue Kraft.

Amen.

Gebet nach Monika Lehmann Etzelmüller

Mit Karfreitag beginnt eine Zeit der Stille.
In manchen Orten verstummen die Glocken bis zum Ostermorgen. Es ist eine Zeit zwischen Zweifel und Hoffnung.

Und doch vertrauen wir, das Gott bei uns ist:
Still will ich werden, um deine Stimme zu hören,
die sanft ist wie ein Windhauch am Morgen, wenn das Licht kommt.

Amen

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Markus 16,1–7

 

Hier finden Sie den Gottesdienst von Pfarrer Lotter und Pfarrer Unbehend zu Ostern.

Hier gibt es eine Lesegottesdienst zu Ostern von Pfarrer Lotter.

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